Das Buch liegt schon bereit. Genau das mit der geknickten Ecke, bei dem dein Kind die nächste Zeile früher kennt als du. Und obwohl im Regal noch zwanzig andere stehen, soll es heute wieder dieses sein.
Man kann daraus einen ziemlich schönen Abend machen. Ein vertrautes Buch nimmt euch die Auswahl ab. Dein Kind darf die Lieblingsstelle ergänzen, ein Bild suchen oder den Satz mitsprechen, auf den es schon wartet. Du musst dabei keine besonders gute Vorlesestimme haben.
Ein Platz, an dem ihr bleiben könnt
Rückt die Lampe so, dass ihr die Seiten gut erkennt. Legt das Buch vorher in Reichweite und sucht euch eine Haltung, die für euch beide bequem ist. Vielleicht sitzt ihr am Bett, vielleicht noch auf dem Sofa. Für die Geschichte ist wichtiger, dass ihr euch nicht dauernd neu sortieren müsst.
Falls dein Kind mit Bettdecke schläft, kann es sich schon einkuscheln und noch die Bilder ansehen. Ein Motiv auf dem Bezug darf mitspielen: Wo fährt der kleine Traktor nach dem letzten Feld hin? Was macht der Hase, wenn der Mond aufgeht?
Wenn heute nur drei Seiten gehen
Sprecht vorher ab, was ihr lesen möchtet: eine kurze Geschichte oder ein Kapitel. An einem langen Tag können es auch ein paar Seiten sein. Ein Lesezeichen hält den Platz für morgen fest. So bleibt etwas, auf das ihr gemeinsam zurückkommen könnt.
Und wenn das Buch gar nicht zur Stimmung passt, erzählt euch drei Dinge vom Tag. Etwas Lustiges, etwas Schwieriges und etwas, das morgen wartet. Dein Kind darf auch nur zuhören.
Die Geschichte darf langsam enden
Die letzte Seite umblättern, das Buch an seinen Platz legen, noch einen Satz sagen. Vielleicht habt ihr längst einen eigenen Abschiedsgruß. Vielleicht entsteht er erst. Es muss kein besonders poetischer sein: „Bis morgen, kleiner Traktor“ kann vollkommen reichen.
Welches Buch heute dran ist? Vermutlich das mit der geknickten Ecke.



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